Translate

Mittwoch, 24. August 2016

Festival in einem Satz



Da kommt man auf dem staubigen Acker an, das Auto beladen mit Schlafsäcken, Dosenbier und dunkler Wäsche, bedrückt von der heißen Luft und gedrängt von der Zeit, sein Zelt, die Ruhestätte für fünf Tage, das heißt, Tage, die nur aus Tanzen, schreien und schlafen bestehen, auf einen einigermaßen geraden Untergrund zu errichten, um seine blutigen Füße zur Ruhe setzen, den Tag und die gesehenen Bands, denen man schon jahrelang nachfiebert und es kaum erwarten konnte, den ganzen Abend vor'm ersten Wellenbrecher zu verbringen, nur um vom Sänger angespuckt zu werden, sacken lassen, besonders den 'Hygiene'-Anlagen aus den Weg gehen zu können, bei denen man, sage und schreibe, eine dreiviertel Stunde ansteht, um das angestaute Bier und Grillfleisch loszuwerden, damit man die restlichen sieben Stunden seelenruhig den Festival-Boden zerstapfen kann, um einfach nur glücklich zu sein, Musik, die einzige Sprache, die jeder versteht, mit einer gewissen Anzahl von Menschen zu teilen und zu genießen, ebenso wie das Wetter, das einen buchstäblich umhaut, um mit einer Erkältung nach Hause zu gehen oder besser: mit einer Erinnerung. 



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen