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Sonntag, 18. Dezember 2016

Nüchtern schenken



Die Läden sind voller Schokolade, die lediglich in weihnachtlichen Formen gedrückt wurde. Diese steht seit September in den Regalen, gefolgt von Massen an Dekoration. Plastik-Tannenbäume und alte Herren in roten Mänteln mit Bart und Plauze.
Es ist Anfang Dezember. Ich habe noch keine Geschenke, habe noch genug Zeit. In den Medien wird mir unterstellt, es sei nicht mehr genug Zeit. Unsinn. Was denken die, was ich alles besorgen will? Es reicht doch eine Kleinigkeit. Was nettes, was man gefunden hat, was einen an die zu beschenkende Person erinnert, wenn man das Präsent ansieht.
Im Endeffekt ist es nur ein Geben und Nehmen. Man besorgt ein Geschenk mit in etwa dem gleichen Wert, wie man sein eigenes bekommt. Einfacher wäre es gar nichts zu kaufen. Man muss nicht in die Stadt, man verliert keinen Cent und vom bestehenden Geld kann man sich selber was feines anschaffen.
Wieso machen wir das nicht? Ganz einfach, wir existieren nicht wegen des Geizes, sondern wegen der Liebe. Das klingt kitschig, ich weiß,  aber der einzig gute Grund das Schenken erklären zu können. Menschen, die wir lieben, möchten wir einen Gefallen tun. Man verschenkt etwas, was zur Person passt und diese Person freut sich, dass man sie kennt. Die beschenkte Person braucht kein Geld. Sie könnte sich selbst was kaufen, hätte aber dann nicht mehr, als den gekauften Gegenstand. Bei einem Geschenk bekommt sie zusätzlich Zuneigung. Und wer sieht es nicht gern, wenn sich die beschenkte Person über eine kleine Aufmerksamkeit freut.
Am Ende stellt sich heraus, dass es beim Schenken nicht ums Geschenk geht, sondern ums Schenken selbst. Es geht um das Bewusstsein der Existenz von Liebe und Zuneigung und um ein kleines Lächeln.
Ich wünsche euch besinnliche Feiertage und ein Lächeln.




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